Start Pressespiegel Regionalität schlägt Bio im Einkaufswagen

Regionalität schlägt Bio im Einkaufswagen

 

Regionalität und Nachhaltigkeit sind Aspekte, die für die Verbraucher beim Kauf von Lebensmitteln immer wichtiger werden. Folgerichtig zählen regionale Produkte und eine nachhaltige Nahrungsmittelversorgung neben dem weiter fortschreitenden Trend zu immer bequemerem Essen (Convenience Food) denn auch zu den Trendthemen der internationalen Nahrungsmittelmesse ANUGA 2011, die noch bis zum Mittwoch in Köln stattfindet. ...


Regio schlage Bio inzwischen im Einkaufswagen, fasste Rudolf Hepp, Geschäftsführer des Testzentrums Lebensmittel der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG), anlässlich der Verleihung der diesjährigen Landesehrenpreise für Lebensmittel NRW auf der ANUGA die aktuelle Nachfragesituation in Deutschlands Supermärkten zusammen. Demnach kaufen 81% der deutschen Haushalte mehr oder weniger regelmäßig Produkte aus ihrer Region, während dies für Bio-Produkte nur rund 45% angeben. Nach Einschätzung der Verfasser einer neuen von der DLG gemeinsam mit der Offenbacher Agentur Taste verfassten Studie Regionalität aus Verbrauchersicht , aus der Hepp zitierte, ist dieses Thema auch nicht als eine kurzfristige Modeerscheinung einzustufen, sondern vielmehr ein langfristiger Megatrend . So sehen es offenbar auch die Verbraucher, denn 61% von ihnen rechnen laut der DLG-Studie damit, dass Regionalität noch mindestens zehn Jahre ein aktuelles Thema bleiben wird.
Nach eigener Aussage ist demnach auch rund ein Drittel der Konsumenten hierzulande bereit, für Lebensmittel aus der Region etwa 3 bis 5% mehr auszugeben als für konventionelle Produkte. Fast 25% der in der DLG-Studie Befragten würden sogar 5 bis 10% mehr bezahlen. Auf die steigende Verbrauchernachfrage nach Produkten aus der Region reagieren Hersteller, Handel und auch regionale Vermarktungsorganisationen zunehmend mit entsprechenden eigenen Marken und Labels wie Unsere Heimat (EDEKA), Nah und Frisch (Markant), Von Hier (Brandenburg/Berlin) oder NRW Heimatprodukt (REWE). Die Tatsache, dass sich bislang jeder Regionalität auf die eigene Fahne bzw. das Produkt schreiben darf, scheint bei den Konsumenten jedoch eher zu Unbehagen zu führen. Ihnen fehlt eine vertraute Instanz, wie die DLG-Studie ergab: So plädieren 69% der in der Untersuchung befragten Verbraucher für ein allgemeines Regio-Siegel .
Diesem Bedürfnis will etwa der Landesehrenpreis für Lebensmittel NRW ein Stückweit entgegenkommen, werden damit doch Nahrungsmittelhersteller aus Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, die sich bei der jeweils jüngsten Qualitätsbewertung durch die DLG für eine Goldmedaille qualifizieren konnten. Damit erweise sich der Landesehrenpreis als eine konkrete Auswahlhilfe für die Konsumenten, betonte der Leiter des Clusters Ernährung.NRW, Otto Strecker, anlässlich der Preisvergabe. Die Auszeichnung ist eine gemeinsame Initiative des Clusters und des nordrhein-westfälischen Verbraucher- und Landwirtschaftsministeriums (MKULNV)...

 

11 Oct 2011, Dow Jones (Auszugsweise)