| Bei Functional Food sind die meisten Innovationen zu erwarten |
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Für die kleinen und mittleren Unternehmen der überwiegend mittelständisch geprägten Ernährungsbranche könne es jedoch schwierig werden, diesem Markttrend zu folgen, machte Dr. Otto Strecker, Leiter des Clustermanagements Ernährung.NRW, deutlich. Zur Begründung verwies er auf den Aufwand, der zum einen mit der Entwicklung solcher Produkte verbunden sei. Zum anderen sollen in der EU künftig nur noch nährwert- bzw. gesundheitsbezogene Aussagen erlaubt sein, die sich wissenschaftlich verifizieren lassen. Auch dies bedeutet für die einzelnen Unternehmen nicht unerhebliche Kosten. Strecker hob vor diesem Hintergrund die Bedeutung von Zusammenarbeit und Vernetzung innerhalb der Ernährungswirtschaft selbst, aber auch zwischen den Unternehmen und Hochschulen sowie Forschungseinrichtungen hervor. Denn so könnten sich auch kleinere und mittlere Nahrungsmittelhersteller mit innovativen Produkten im Wettbewerb erfolgversprechend positionieren. In Nordrhein-Westfalen ist das Clustermanagement Ernährung.NRW von der Landesregierung mit der Aufgabe betraut, derartige Kooperationen zu initiieren und zu fördern.
Funktionelle Lebensmittel wie etwa cholesterinsenkende Margarine, verdauungsfördernde Molkereiprodukte oder probiotische Wurst nehmen zunehmend Raum in den Regalen des Lebensmittelhandels ein. Denn immer mehr Verbraucher wollen durch den Verzehr derartiger Nahrungsmittel mit Zusatznutzen ihr Wohlbefinden, ihre Gesundheit und oft auch ihre Leistungsfähigkeit fördern. Dies nicht zuletzt deshalb, weil es dem modernen Menschen häufig nicht leicht fällt, eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Schließlich entsprechen unsere heutigen Verzehrsgewohnheiten oft genug nicht dem, was sich Ernährungswissenschaftler und Mediziner unter gesundem Essen vorstellen.
Prof. Stehle sprach sich gegen eine isolierte Bewertung aus: Für eine entsprechende Kennzeichnung, z.B. in Form von Ampelfarben fehlten die wissenschaftlichen Grundlagen, sagte er. Eine gesundheitsfördernde Ernährung könne nicht auf ein einzelnes Lebensmittels reduziert werden, sondern erfordere die Betrachtung des gesamten Ernährungsverhaltens. Zudem erscheine es zweifelhaft, dass durch eine wie auch immer gestaltete Kennzeichnung von Lebensmitteln eine Änderung im Verbraucherverhalten zu erzielen sei, meinte der Wissenschaftler.
Der Begriff Functional Food ist derzeit noch nicht einheitlich definiert. Auch in der europäischen Gemeinschaft gibt es noch keine gesetzlichen Regelungen für funktionelle Lebensmittel, lediglich Vorschläge einer von der EU-Kommission hierzu eingesetzten Arbeitsgruppe FUFOSE (Functional Food Science in Europe). Verboten sind bislang Aussagen zur Beseitigung, Linderung und Verhütung von Krankheiten. Es besteht jedoch weitgehende Einigkeit dahingehend, dass funktionelle Lebensmittel zusätzliche Ernährungs- und/oder Gesundheitsnutzen bieten sollen. Meist sind Lebensmittel mit Zusatznutzen mit Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen, probiotischen Bakterien, sekundären Pflanzenstoffen und zahlreichen weiteren Substanzen angereichert.
Nach Angaben der GfK-Marktforschung geben deutsche Verbraucher pro Jahr einen zweistelligen Milliarden-Euro-Betrag für Gesundheitslebensmittel insgesamt aus – mit weiter steigender Tendenz.
Weitere Infos und Fotos zum Kongress sowie zum „Landesehrenpreis für Lebensmittel NRW“ finden Sie unter www.food-nrw.de
Presse-Kontakt:
Clustermanagement Ernährung.NRW Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Jürgen Clemens Tel. 0228 – 2270-895 Fax 0288 – 2270-897
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Bonn, 16.11.2009 - Lebensmittel mit Zusatznutzen, auch funktionelle Lebensmittel oder Functional Food genannt, werden zukünftig eine immer größere Rolle in unserem Nahrungsmittelangebot spielen. Davon zeigten sich die Experten und die rund 400 Teilnehmer beim Innovationskongress des Bonner Agrar- und Ernährungs-Netzwerks (baen) und des Clusters Ernährung.NRW zum Thema „Lebensmittel mit Zusatznutzen – Chancen und Risiken“ am Montag in Bonn überzeugt. Für die Industrie gewännen diese Produkte in den kommenden Jahren zunehmende Bedeutung im Hinblick auf den Markterfolg, stellte Prof. Dr. Ernst Berg, Vorsitzender des baen fest. Von einem weiter wachsenden Functional Food-Markt geht auch Prof. Dr.-Ing. Achim Stiebing, Vizepräsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), aus. Insofern seien in diesem Bereich in der nahen Zukunft die meisten Innovationen zu erwarten, folgerte Prof. Berg.



